VIVERA - Virtuelles Kompetenznetzwerk zur virtuellen und erweiterten Realität

Das ViVERA Netzwerk

ViVERA ist der Name eines durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kompetenznetzwerkes im Bereich Virtuelle und Erweiterte Relität. Das Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gestellt, Erfahrungen von Entwicklern und Anwendern in diesem Bereich zusammenzuführen und virtuelle Technologien nachhaltig in Wirtschaft und Industrie zu integrieren. Durch begleitende Forschung werden die Funktionalitäten virtueller Technologien erweitert und je nach Bedarf für die jeweiligen Anwendungsgebiete angepasst. Forschungsergebnisse werden in einer Wissensbasis dokumentiert und in die internationale Forschungslandschaft integriert. Damit werden sie einem breiten Kreis von potentiellen Nutzern zugänglich.

Unternehmen, die an der Anwendung virtueller Technologien Interesse haben, sind zur Mitarbeit im Kompetenznetzwerk eingeladen. Die ViVERA-Wissenschaftler erarbeiten gemeinsam mit den Auftraggebern aus der Wirtschaft individuelle Anwendungen.

Szenario: Interaktives Wartungshandbuch

Konstruktions- und Designphase in der Schiffbaubranche sind durch eine durchgängige IT-Unterstützung gekennzeichnet. VR-Technologien erfreuen sich dabei wachsender Akzeptanz als Präsentationsmethoden zur Unterstützung der Entwurfs- und Planungsprozesse. Die resultierenden digitalen Produktmodelle und zunehmende Integrationsbemühungen der Schiffbauindustrie lassen die Verfügbarkeit vollständig integrierter Produktmodelle in greifbare Nähe rücken. Diese Modelle stellen eine umfassende Informationsquelle auch für spätere Phasen des Produktlebenszyklus dar. Insbesondere in der Betriebsphase ist die Verfügbarkeit eines vollständigen digitalen Produktmodells von großem Vorteil.

Typische Aufgaben während der Betriebsphase umfassen die Planung, Durchführung und Abrechnung von Wartungsaufgaben, die Aufnahme von Betriebsdaten und die Behebung von Betriebsstörungen. Wiederkehrende Tätigkeiten beinhalten dabei das Arbeiten mit technischer Dokumentation, die Befolgung von standardisierten Handlungsabläufen und die Protokollierung der durchgeführten Tätigkeiten. VR/AR-Technologien sind grundsätzlich geeignet, diese Tätigkeiten in einem integrierten IuK-Prozess zu unterstützen.

Unterstützung der Wartung einer Zylinderkopfdichtung durch eine interaktives virtuelle Wartungshandbuch.
Wartung eines Zylinderkopfes der Hauptmaschine

Im Vergleich zu anderen Branchen unterliegt die Nutzung von VR/AR-Technologien in Schiffbau und Schiffsbetrieb besonderen Rahmenbedingungen. Bei vergleichbarer Bauteil-Komplexität ergeben sich weitaus größere Abmessungen. So entsprechen z.B. die Abmessungen des Arbeitsbereiches für Positionsbestimmung und Tracking den Dimensionen von Outdoor-Szenarien. Auch stellt die raue Betriebsumgebung besondere Anforderungen an die Robustheit der zu verwendenden Verfahren und Gerätetechnik.

Innerhalb des ViVERA Netzwerkes nimmt sich das Vorhaben dieser besonderen Bedingungen durch Weiterentwicklung bestehender Techniken an. Der Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf der Anpassung von VR/AR-Techniken (insbes. Visualisierung, Tracking, Interaktion) an die Besonderheiten des Arbeitplatzes Schiff.

Projektseite

Laufzeit: 1. März 2013 - 32. Februar 2007

Ansprechpartner: Dipl.-Inform. Steffen Mader